aktuelles Wetter Gran Canaria
Generelle Übersicht über Klima und Wetter auf Gran Canaria:
Im allgemeinen wird das Klima auf Gran Canaria als “mediterran-subtropisches” Klima bezeichnet. Aufgrund seiner geografischen Lage auf dem 28. Breitengrad und seiner Nähe zur Sahara würde man wohl erst einmal ein heißes und trockenes Klima auf der Kanaren-Insel erwarten. Dies trifft aber eigentlich nur auf den südlichen Teil Gran Canarias mit den Orten San Agustin, Playa del Ingles, Maspalomas, Puerto Rico und Mogan zu. Diese Orte in Gran Canarias Süden sind nicht umsonst das Ziel von Millionen Sonnenanbetern – nur äußerst wenige Regentage garantieren einen sonnigen Urlaub, die Vegetation allerdings bleibt ohne Hilf allerdings auch garaniert aus.
Insgesamt beeinflussen jedoch ganz andere Faktoren das lokale Klima wesentlich stärker: Klimatisch “prägend” für alle Kanarischen Inseln ist die Lage im “Kanarenstrom”, einer Abzweigung des Golfstroms der von Norden nach Süden die nordafrikanische Küste entlang verläuft. Die Wassertemperaturen sind deshalb etwas geringer aber über das Jahr gesehen auch ausgewogener als in ähnlich südlichen Lagen auf der Erde.
So heizt sich z.B. das über 1000 km nördlicher gelegene Mittelmeer stärker auf, kühlt aber auch im Winter wieder stärker ab. Die Wassertemperaturen um Gran Canaria schwanken in der Regel zwischen 18° C im Winter (Januar) und 24° C im Sommer (August).
Der ebenfalls prägende Nordost-Passtwind, der für diese Zone relativ kühle Luft über die Kanaren bringt, verläuft parallel zum Kanarenstrom. An 80 % bis 90 % aller Tage des Jahres herrscht diese Windrichtung vor und verhindert so, dass Gran Canaria nicht zur heissen Wüsteninsel wird und ebenfalls auch dafür das es eigentlich nie Wetter-Überraschungen wie Gewitter oder plötzliche Stürme gibt. Im Winter sackt die Luft-Temperatur in Extremfällen nachts auf bis zu 14° C ab – normal sind aber eher 16° C bis 18° C. Tagsüber werden dann Temperaturen von 20° C bis 26 ° C erreicht. Im Sommer werden wegen dem stetig blasenden Wind die 32° C im Schatten selten überschritten, nur im Süden der Insel kommt dies öfter vor.
Oft stauen sich die vom Passat-Wind “mitgebrachten” Wolken an den nördlichen Hängen des bis zu knapp 2000 Meter hohen Gebirges, das fast die ganze Insel bedeckt. So regnet es fast ausschließlich auf der Nordseite der Insel, der Süden im Wind- und Wolken-Schatten des Gebirges bleibt so fast komplett regenfrei. Besonders gut lässt sich dies auch an der Vegetation der Insel beobachten: Von durchaus fast dichter Bewaldung im Nordwesten bis hin zur fast wüstenartigen Einöde im Süden findet man auf wenigen Quadratkilometern fast alles vor. Während man sich in Meereshöhe an gepflanzten Hibiskus und Palmen erfreuen kann, glaubt man sich auf 1000 Meter Höhe angekommen fast in den Alpen oder manchmal auch schon fast wie in Irland. So hat die Insel auf kleinster Fläche sehr viel Abwechslung zu bieten, und verleitet oft zu einer kleinen Flucht aus einer “Klimazone” in die andere mit Auto oder Bus.
Von häufigem Regen zu sprechen wäre aber sicher auch für den Nordteil Gran Canarias übertrieben, denn selbst im “feuchteren” Norden der Insel regnet es nicht allzu oft – die Niederschläge reichen kaum für Landwirtschaft und Bevölkerung gleichzeitig – Großteile des Wassers werden deshalb aus Entsalzungsanlagen gewonnen.
Eine nicht haltbare Legende, die sogar in der deutschen “Wikipedia” gepflegt wird, ist auch das chronisch “schlechte Wetter” in Las Palmas. Es herrscht zwar durchaus öfter eine mal mehr oder mal weniger starke Bewölkung über Teilen von Las Palmas – trotzdem sieht man fast an jedem Tag reichlich Sonnenschein. Eine tagelang “festgefahrene” Grosswetterlage mit völlig bedecktem Himmel ist die absolute Ausnahme. Nicht selten glänzt der nördliche Teil des “Las Canteras Strandes” unter der Sonne, wogegen der südlichere Teil schon unter dem “Eselsbauch” (”panza del burro”) liegt – damit sind die sich aufstauenden Wolken über manchen Stadtteilen von Las Palmas gemeint.
Wer also nicht primär zum Zwecke der “12-Stunden-Dauerbräunung” auf die Insel gekommen ist, wird sicher am Nordteil Gran Canarias mehr Gefallen finden. Es gibt in jeder Hinsicht mehr Abwechslung und weniger “zielgerichteten” Sonnen-Tourismus mit seinen typischen Schattenseiten.

